Ein heißer Ritt – Salzkottenmarathon Am Samstag den 7.6.08 machten wir uns morgens auf den Weg nach Salzkotten. Meine Frau wollte hier ihre Halbmarathonbestzeit brechen und ich wollte meinen 9. Marathon finishen. Wie ich hier Marathon laufen konnte, weiß ich nicht mehr. Auf irgendeiner Messe sah ich ein Plakat: 1. Salzkotten Marathon – und mir war klar, ich bin dabei. Nach ca. 170 km waren wir am Ziel. Unser schönes Hotel war gerade mal 400 m vom Rathaus entfernt, wo sich das Ziel und die Ausgabe der Startunterlagen befanden. Meine Frau bekam die Startnummer 100 und ich die 601. Gegen Mittag standen wir hier nun vor dem Rathaus, wobei hier noch hart an dem Zieleinlauf gearbeitet wurde. Sie hatten noch viel zu tun. Startunterlagen im Bürgerbüro abgeholt und noch ein Pläuschchen mit einer Marathoni gehalten, die ich morgen auf der Strecke, 3 km vor dem Ziel, noch treffen sollte. Es war schon merklich warm und mich beschlich richtig „Angst“ für morgen. Kurz die Laufmesse besucht, die aus ein paar Ständen bestand und hier und da wurden auch noch einige interessante Fachgespräche geführt. Alles in Allem war es nett hier. Wir beschlossen noch kurz uns den Start anzusehen, der ca. 500 m vom Ziel entfernt war. Danach ging es ins Hotel, Füße hoch und EM geschaut.
Das Ziel, noch nicht fertig.
Sabine vor dem Rathaus.
Ich bin bereit...
Ich auch ...
Sonntag den 8.6.2008 Uhrzeit: 5.45 Ich bin wach. Der Wecker hat noch nicht geklingelt und so beschloss ich schon mal Kaffeewasser aufzusetzen. Vom Frühstück hatten wir uns hier abgemeldet, da es erst um 7:00 Uhr Frühstück geben sollte, leider viel zu spät. Um 06:00 Uhr klingelte der Wecker und ich hoffte der Himmel bleibt so grau wie er jetzt aussah. Ich beschloss darauf hin keine Mütze mitzunehmen. Um 8:00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Ziel, da ich noch ein Foto vom Zieleinlauf schießen wollte (es lag auch auf den Weg). Am Start machte sich meine Frau erstmal richtig warm. Ich beschloss mich in den Schatten zu stellen und mich auszuruhen. J Es gab am Start schon Äpfel, Bananen, Kuchen, Müsliriegel, Säfte und Wasser. Ja bin ich hier im Schlaraffenland? ;) Ich habe so was noch bei keinem Marathon gesehen und erlebt – KLASSE.
Um 9:05 war dann Start. Meine Frau reihte sich vorne ein, ich beschloss die Mitte zu nehmen. Dann ging es los.
Die flache Strecke verläuft durch die Salzkottener Ortsteile Scharmede, Thüle und Verne. Eine Runde entspricht 21,1 km, für den Marathon werden zwei Runden gelaufen.
Auf den ersten Kilometern wollte ich kein Tempo machen und ermahnte mich immer wieder ruhiger zu laufen. Die Wärme hielt sich „noch“ in Grenzen, aber man sah wie so langsam die Wolken aufrissen. Es wird warm werden. In Scharmede angekommen, war ich echt erstaunt. Gänsehautfeeling hier im Dorf. Jeder Läufer wurde namentlich genannt und begeisternd angefeuert. Es war Klasse.
Na ja, die erste Runde, in der 2. Runde wird es bestimmt ruhiger, dachte ich mir so. Ich sollte mich irren. Ich kam dann ins Gespräch mit einem Marathoni, der schon über 200 Marathons gelaufen ist und alle nach Buchstaben läuft? Komischer Kerl, aber sehr unterhaltsam. Uns schlossen sich noch zwei andere Läufer an und so waren wir ein Quartett. Jeder erzählte von seinen Marathons und unser Vielläufer war schon überall, außer in Wilhelmshaven. :) So flogen die Kilometer an uns vorbei und ich bemerkte des Öfteren, dass wir zu schnell sind. Unser „über 200Marathoni aus Nürnberg“ meinte es geht schon und zog immer ein wenig schneller an und ich hatte kein gutes Gefühl dabei. In Thüle wurde wieder Lärm gemacht und anschließend in Verne war wieder Partystimmung. Bei km 19 beschloss ich aus dem Quartett auszusteigen und unserem Nürnberger einige klare Worte mitzuteilen. Ich wollte mich nicht verheizen lassen.
Jetzt beschloss der Himmel endgültig aufzureißen und die Sonne brutzelte gnadenlos auf unsere Birnen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich eine Zeit: 10km – ca. 53 min und nachher HM 1:58 min. Das wird sich rächen, oh ja ich wusste es.
Da ich viel zu schnell war, rechnete ich nicht damit, dass meine Frau bei km 20,5 steht. Es war ungefähr 100m vom Ziel entfernt, wo die Marathonies auf die zweite Runde gingen. Ja, sie stand da. Das bedeutete, dass sie ihre Halbmarathonzeit um Längen geknackt hat. SUPER Sie schoss ein paar Fotos und war froh nicht mit auf die 2 Runde zu müssen. Ich hätte gerne getauscht. :)
Huch, bin ich schnell. :(
Und jetzt die 2. Runde.
Mein 9. Marathon, es ist WARM. :)
Dann will ich mal.
Jetzt wurde es warm, heiß und HART. Das Leiden begann und schweißte die Marathonies zusammen. Man konnte zwar keinen beim Laufen helfen, aber ein paar nette Worte mit auf den harten Weg, taten gut für die Marathonseele. Man hörte des Öfteren die Sirene und ab und zu standen die Krankenwagen an der Strecke und sammelten einige Läufer ein, aber mir ging es „relativ“ gut. In Scharmede war immer noch Volksfest und dort durchzulaufen war einfach klasse. Viele Anwohner stellten Wassereimer oder Wannen voller Wasser auf die Straße, damit man sich abkühlen konnte – Danke. Einige stellten sich mit dem Wasserschlauch in den Garten und bespritzten die Läufer. Ich versuchte jede Möglichkeit zum Abkühlen mitzunehmen. Ich wurde merklich langsamer und konnte auch kein Tempo mehr machen. Durchhalten und einfach nur laufen war meine Parole – mehr nicht. Bei km 26/27 traf ich dann auch wieder einen aus unserem Quartett. Er musste jetzt wohl Lehrgeld zahlen aus unserem Anfangstempo und konnte auch mein geringes Tempo nicht mehr mithalten.
Hinter Thüle waren wir Marathonies eine eingeschworene Gemeinschaft von ca. 6 Läufern, die sich hochhielten und sich bei den Getränkestellen immer wieder trafen. Ein Lob noch mal an die Helfer an den Versorgungsstellen. Wasser und Saft war immer genug da und die Leute vor Ort immer freundlich und nett. Sie litten mit uns. DANKE. In Verne war wieder Gänsehautstimmung. Das gab noch mal so richtig einen Motivationsschub für die letzten 6 km. So flogen auch die letzten Kilometer dahin. 3 km vor dem Ziel stand die Luft und die Sonne gab jetzt gefühlt noch mal alles. Hier traf ich dann auch die Marathoni vom Vortag bei der Anmeldung. Sie wollte nicht mehr alleine laufen und schloss zu mir auf. So liefen wir noch ca. 1,5 km bis wir zur Brücke kamen und ich sagte ihr, sie solle alleine weiter laufen, da ich keine Kraft mehr habe. Und das tat sie dann auch. 1 km vor dem Ziel war noch einmal ein Getränkestand am Weg, den ich noch mal genoss, Scherze machte und mich ein wenig aufhielt. So wie ich es bei allen Verpflegungstellen auf der zweiten Runde machte. Weiter ging es auf die Zielgerade. Meine Frau sollte rechts stehen und Fotos machen, was sie auch tat. Allerdings sah ich sie nicht. Der Zieleinlauf war ein Genuss, Emotional und unvergesslich. Die Anstrengung fiel von einem ab und es kam nur noch Freude auf. Einfach toll, wie der Sprecher deinen Namen verkündete und die Zuschauer jubelten und man es genoss über die Zielmatte zu laufen. Eine Frau hängte mir auch gleich meine hart erkämpfte Medaille um den Hals – ich war glücklich. :) Im Ziel war dann auch gleich meine Frau und beglückwünschte mich. Ich wollte nur was trinken, was es da auch zur genüge gab.
Zieleinlauf, noch 50 Meter.
War das anstrengend.
Ich habe FERTIG. :)
Eine super Veranstaltung
Ich zog mich dann auch schnell um und begab mich zum Start, da es da auch die Massagen gab, die ich auf jeden Fall genießen wollte. Hie gab es auch Kuchen, Äpfel, Müsliriegel, Saft, Selters und alkoholfreies Bier. Also doch das Schlaraffenland und dazu noch eine Massage – freu.
Nach einigen alkoholfreien Bieren und mindestens 5 Stück Kuchen machten wir uns auf den Weg nach Hause. Wir waren uns einig, ein gelungenes Wochenende hier in Salzkotten gehabt zu haben.
Das tut gut.
Es war mein 9. und schwerster Marathon, eine Höllentour aber auch mein emotionalster Marathon.
Eine rundum gelungene „heiße“Veranstaltung.