Erster marathon

Ich will ein Marathoni werden!

Anfang/Mitte letzten Jahres hatte es angefangen: Das Laufen lief nicht mehr. Im März beim Celler Wasalauf ging es noch gut. Im Mai beim Hannover-Halbmarathon ging es schon nicht mehr so gut. Und in Löningen war es eine Katastrophe. Auch in Bremerhaven hat sich meine schlechte Verfassung bestätigt. Trotz Lauftraining wurde die Leistung immer weniger. Die Luft ging mir aus. Die Beine schmerzten nur noch. Es machte so gar keinen Spaß mehr. Zuerst dachte ich, es ist nur eine Krise. Doch diese Krise zog sich ganz schön hin und es wurde nicht besser. Also: Schuhe in die Ecke gestellt und erst einmal einen Gesundheits-Check beim Hausarzt gemacht. Da kam dann auch schnell ans Licht, woran es gelegen hat: Akute Blutarmut. Der Arzt hat erst einmal ein Sportverbot ausgesprochen und Eisenpillen verschrieben. Nach sechs Wochen Laufpause und mit einem zweistelligen Eisenwert, ging es dann wieder los. Und: Siehe da, es hat wieder Spaß gemacht. Der Unterschied war absolut irre. Ich hatte wieder Luft und Kraft! In Köln bin ich dann zum ersten Mal wieder mit Emil zusammen gelaufen. Den Panoramalauf am Tag vor dem Marathon (5,5 km). Und: Es lief gut. Emil war auch erstaunt, wie ich da zunächst mit ihm mitgehalten habe. Emil ist ja nun schon sieben Mal Marathon gelaufen und ich hatte viel Gelegenheit, die Marathonis zu beobachten. Bei jedem Marathon-Training war ich bei den langen Laufeinheiten mit dem Fahrrad dabei und war die mobile Verpflegungsstation und das Navi. Ich hatte schon oft damit geliebäugelt, Marathon zu laufen. Aber: Ich hatte einen riesengroßen Respekt vor dem Training. Ich hatte ja schon mehrmals beobachtet, was Marathon-Training bedeutet. Und das sah ziemlich hart aus. Ich stand schon einige Male im Zieleinlauf und hab die Marathonis so kurz vor dem Ziel beobachtet. Insbesondere auch die Frauen, die da liefen. Und da habe ich mir schon oft gedacht, wenn die das schaffen, warum ich nicht? Und jetzt mit neuer Luft und Kraft kam dann der Entschluss: Wenn nicht jetzt, wann dann. Emil hat sofort gesagt, dass er mir beim Training hilft. Er macht mit mir die intensiven Einheiten mit Tempo-Intervallen (weil: die liegen mir gar nicht) und die langen Laufeinheiten am Wochenende. Er läuft auch den Marathon mit mir und richtet sich dabei nach meinem Befinden. Und schon stand der Entschluss fest: Ich will Marathoni werden. Schnell war auch die Veranstaltung gefunden, wo ES passieren soll: Hamburg. Emil ist schon zwei Mal in Hamburg gelaufen. Sein drittes Mal Hamburg soll nun mein Erstes Mal werden. Und plötzlich bei der Arbeit bekam ich eine E-Mail:  Jetzt wird’s ernst! Emil hat nicht lange gefackelt und  uns sofort angemeldet. Jetzt beginnt es: Das Marathon-Training. Im Flur hängt - wie üblich - der Trainingsplan von Januar bis April.  Da wartet viel Arbeit und Schweiß auf mich/uns. Aber darüber könnt ihr unter Blog mehr  lesen.

 

Rückblick - Vorausschau
Thema: Mein erster Marathon

Nun ist es nicht mehr lange hin. In vier Wochen ist es so weit und der Startschuss zum Hamburg-Marathon wird fallen.

Rückblick:

Jetzt - Ende März - habe ich fast 13 Wochen Marathon-Training nach Plan hinter mir. In unserem Flur hängt der Trainigsplan für Januar bis April. Wir hatten mit dem Marathon-Training ja schon früher - November/Dezember - angefangen. Richtig nach Plan ging es aber erst im Januar los. Jeder Tag, jeder absolvierte Lauf, wurde in dem Plan eingetragen und abgehakt. Heute sind es schon sehr viele Haken. Das Training verlief ganz gut. Ich hatte bisher das Glück, dass ich von Verletzungen und ernsthaften Beschwerden verschont geblieben bin. Ich hatte nur zwischenzeitlich leichte Probleme mit meinem rechten Knöchel, die sich aber schnell wieder verflüchtigt haben. Das Laufen und das Training macht mir immer noch Spaß. So soll es doch sein.

Was ich am meisten gehasst habe:

Die Quäl-Montage - und auch der Mittwoch noch dazu -. Das heißt: Intervalle und Tempoeinheiten. Eine Art zu Laufen, die mir überhaupt nicht gefällt. Solche Einheiten verliefen oft mit folgenden Worten des Trainers: Komm, komm, komm, dran bleiben. Nicht zurückfallen. Bleib an meiner Seite. Nur noch bis da vorne. Diese Worte waren oft mit einem heftigen Winken verbunden.

Äußere Einflüsse: Zuerst das Laufen im Dunkeln, dann: Das Wetter. Ständig begleitender Wind. Kälte. Jetzt auch noch: Schnee. Das ist nicht sehr motivierend und der Spaßfaktor leidet etwas darunter.

Momente, in denen der Trainer nicht mein Ehemann war, weil er mich nicht lieb hatte. Wir waren dann immer unterschiedlicher Meinung, was den Quälfaktor angeht. Er meint dann: Du quälst dich nicht. Ich meine: Du weißt gar nicht wie ich mich quäle. Eine Diskussion, die wohl zu keinem übereinstimmenden Ergebnis führen wird.

Momente, die einfach toll waren:

Das tolle Gefühl nach den ersten Langen Läufen. Geschafft. Ohne ernsthafte große Probleme. Große Erleichterung.

Wenn der Trainer nach dem Lauf (ob lang oder unter der Woche) zu mir sagt: Das war heute ein richtig toller Lauf. Das ist ein großes Lob und bedeutet mir sehr viel und wirkt sehr motivierend.

Vorausschau:

Jetzt kommen noch zwei 35 km-Läufe, ein 30 km-Lauf und eine Woche vor Tag X noch ein 20 km-Lauf. Vor den beiden 35 km-Läufen habe ich großen Respekt und ich hoffe, dass sie das bisher insgesamt positive Gefühl bestätigen werden.

Ich habe es ja schon vorher gewusst, aber jetzt kann ich es nur bestätigen: Das Marathon-Training ist schon sehr zeitaufwändig und auch anstrengend. Viele anderweitige Freizeitaktivitäten stehen da nicht mehr auf dem Plan. Nach vollbrachtem Langen Lauf bin ich dann doch froh, wenn ich zu Hause meine Ruhe habe.

Überhaupt nicht schön ist, dass Emil dieses Jahr nicht so einen guten Lauf hat. Erst die Probleme mit dem Rücken und jetzt die Probleme mit dem Fuß. Das macht schon traurig. Schließlich wollten wir beide Spaß haben das ganze mit einem schönen Lauf in Hamburg krönen. Jetzt muss man mal sehen, wie es weiter geht. Ich wünsche mir (und drücke die Daumen), dass es schnell wieder besser geht.

 

 

Heute stehen 30 km auf dem Programm. Sekt oder Selters. Ich hatte schon meine Zweifel, ob ich es schaffe. Das Bein schmerzt, aber nicht mehr als gestern. Einfach aufgeben und damit auch den Hamburg-Start aufgeben, wollte ich nicht. Also hab ich es versucht. Geplant waren 2 Runden. Das Wetter: Nicht so schön wie gestern. Es war kälter und bewölkt, windig. Also: Echt unangenehm. Nach einer Runde habe ich dann aufgegeben. Es ging nicht. Und damit habe ich auch meinen Start in Hamburg aufgegeben.
Jetzt stehen erst einmal zwei Wochen Laufpause auf dem Programm und hoffen, dass ich dann wieder schmerzfrei bin und das Training wieder aufnehmen kann.
Große Trauer. So kurz vor der Belohnung für das ganze Mühen
Aber es nützt ja nichts. Also wurden neue Pläne gemacht und ein neuer Marathon wird geplant. Mein 1. Start für meinen Marathon: Im Oktober in Frankfurt. Emil hat seine Pläne geändert. Er wollte in Frankfurt seine persönliche Bestzeit laufen. Jetzt wird er mit mir zusammen laufen. So ist es geplant.
Emil hat die zwei Runden voll durchgezogen. Er sagt, die zweite Runde ist er wie in Trance gelaufen. Das Wetter hat in der zweiten Runde schon sehr zugesetzt. Ich habe ihn auf der zweiten Runde mit dem Fahrrad begleitet. Er hat die 30 km in 3:05 Std. durchgezogen.  Respekt. Emil lief dann auch in Hamburg alleine. :(

Das war mein AUS für meinen ersten Marathon, aber in diesem Jahr lief ich dann doch meinen ersten Marathon in Frankfurt. :)

 

Mein Erster Marathon, Laufbericht hier: