1999 war es dann so weit. Ohne jede Wettkampferfahrung und nur mit einem Buch: „Richtig Laufen mit Galoway“  begann ich am 2.1.1999 mein Training. Ich lief fünf Mal die Woche. Montag bis Donnerstag je 10 km, Freitag Erholung und Samstag einen längeren Lauf. Sonntag dann wieder Erholung. Einen richtigen Trainingsplan hatte ich so nicht. Da ich nicht so sehr auf Gymnastik oder Dehnübungen geachtet habe und mich nur auf den Kilometerumfang konzentriert habe, fand ich das ganze eintönig und anstrengend. Da es auch saukalt war und ich übergewichtig (in der Trainingsvorbereitung verlor ich jede Menge Kilos), war das ganze sehr anstrengend und hart.

Da aber meine Freunde und Arbeitskollegen Bescheid wussten, dass ich einen Marathon laufen wollte, konnte ich keinen Rückzieher mehr machen. Es war ein ganz schlimmes Training und wenn ich jetzt darüber nachdenke, würde ich es auf keinen Fall wieder so machen.

 

Am 16.05.1999 war dann der Marathon in Hannover. Da ich ja noch nie an einem Wettkampf teilgenommen habe, war ich sehr aufgeregt. Leider war die Strecke in zwei Runden zu bewältigen, was ich keinem Marathonanfänger empfehlen kann. Meine Zeit war egal - nur das Ankommen zählte. Die erste Runde lief ich so um 2:00 Stunden und mir war eigentlich klar, dass ich zu schnell war. Nach ca. 30 km hatte ich einen totalen Einbruch. Da half mir ein Läufer über diesen Punkt hinweg, der selbst mit sich zu kämpfen hatte. Er ist dann auch bei Kilometer 35 mit Schmerzen ausgestiegen. Die letzten Kilometer fand ich persönlich sehr hart. Ich bekam bei Kilometer 40 auch noch Nasenbluten, was eigentlich nicht schlimm war, aber meine Startnummer vor der Brust war mit Blut besudelt – ein richtiger Kampf halt. *grins*

Das Schlimmste kam dann am Abend und in den nächsten Tagen. Ich hatte einen Muskelkater, der so stark war, dass ich nichts mehr machen konnte.

 

Erst 2005 beschloss ich, einen weiteren Marathon zu laufen. Viel mehr Lauferfahrung und gezieltes Training machte dann die Sache viel einfacher. Dazwischen lagen auch etliche Halbmarathon-Erfahrungen und mehrere Hunderte von Kilometern.

 

Mein 1. Marathon 1999 in Hannover

                                          

JA, ich wollte schon immer mal einen

Marathon laufen. 42,195 km bewältigen.

Im Urlaub in der Schweiz in Lauterbrunnen

habe ich beim Jungfrauenmarathon

zugesehen und da stand der Entschluss

fest: Ich laufe Marathon.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Den letzten halben Kilometer bin ich dann noch einmal mit einem höheren Tempo bis ins Ziel gelaufen. Im Ziel warteten meine Freunde und machten gleich ihre eigene (meine persönliche) Siegerehrung. Das war wirklich klasse. Ich kann mich noch sehr genau an die Frage erinnern, die mir die Dame beim Umhängen der Medaille gestellt hat.: „Sind Sie mit ihrem Lauf zufrieden?“. Ich war es. Ziel erreicht, keine Verletzungen erlitten, endlich geschafft. Ich denke, damals war es für mich nur eine Herausforderung, der ich mich EINMAL in meinem Leben stellen wollte. Es war einfach zu anstrengend, aber es war toll.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ist an Erinnerung von 1999 übrig geblieben? Schlechtes Training, keine Lauferfahrung und pure Quälerei. Aber alles kann dann doch nicht so schlecht gewesen sein, weil ich dann 2001 mit dem Laufen wieder angefangen habe. Zwar nur mit Halbmarathon, aber immerhin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Schönste am 1. Marathon war der Zieleinlauf und meine

persönliche Siegerehrung.  

 

Emil, Maratoni