Hamburg Marathon am 26.4.2009

Der 16. Marathon in 4:20:12

Hamburg Marathon

25.4.2009

Wir machen uns früh auf, um in den Norden zu fahren.  Hamburg ist unser Ziel. Pünktlich um 9.00 Uhr wird die Messe geöffnet und wir begeben uns gleich auf den Weg zur Startnummernausgabe. Uns fällt gleich auf, dass die Messe doch ein wenig kleiner ist als sonst. Einige große Hersteller,  z. b. Gore scheinen es nicht mehr nötig zu haben, sich auf dieser Messe anzubieten. Die Startnummer 3815 war schnell abgeholt und mein T-Shirt auch. Welch eine Enttäuschung, mal wieder ein Baumwollshirt.

 

 

 

Ich muss leider feststellen, dass Hamburg angemessen an den Startpreis, kein Preis – Leistungsverhältis mehr bietet. Dazu später mehr. Wären nicht an der Strecke so viele und tolle Zuschauer, hätten schon viele Läufer Hamburg den Rücken zugedreht, denke ich.

Auf der Messe wurden mal wieder einige Sachen gekauft.  Socken, Laufhemd und eine tolle Laufjacke wurden gleich eingesackt. Nach ca. 2 Std. Messe machten wir uns auf den Weg zum 10 km entfernten Hotel.
Dort angekommen, wurden gleich die Laufsachen für Morgen zurechtgelegt. Es kann losgehen. :)

 

26.4.2009
5:30 Uhr in Deutschland, äh Hamburg. Ich habe schlecht geschlafen und leider auch noch Durchfall. Was ist denn jetzt los? Aufregung ist es keine, da ich ab meinem 5. Marathon so etwas nicht mehr kenne. Heute sollte es mein 16. werden, schauen wir mal. :)
Meine zurecht gelegten Laufsachen angezogen und nichts passte…hier zwickte es, da war es zu eng!! Meine Laune wurde deutlich schlechter. Dann doch ein Unterhemd angezogen, warum? -  keine Ahnung. Ich war voll neben der Spur.

Um 6:45 fuhren wir zum Parkplatz, der nur 5 Min vom Start entfernt ist. Das Läuferdorf hat der Veranstalter im Gegensatz zum letzten Jahr, auf die andere Seite gesetzt. Meine Frau musste leider draußen bleiben, da nur Läufer Zutritt hatten. Allerdings nahm man das wohl nicht so genau, da ich auch Zuschauer im Läuferdorf sah. Meinen Wäschesack schnell abgegeben und zur U-Bahn Station getrabt, weil wir dort unseren Treffpunkt mit Dagmar und Kai ausgemacht hatten.

 

 

 

 

 

Als sie ankamen, war die Freude groß. :) Gleich ein paar Bilder gemacht, bis auch Ingrid dazu kam. Wir waren vollständig, es konnte losgehen.

 

 

 

 



Ich musste noch schnell zur Toilette und war begeistert, als ich vor jeder Toilette eine ca. 50 m lange Schlange sah. Das Anstellen dauerte auch nur 15 Min.

Danke Hamburg. :(
Meine Frau und meine Freunde machten sich schon Sorgen, als ich ca. 8:50 Uhr zu ihnen kam. Jetzt aber schnell zum Start.

 

 

Ja wie letztes Jahr: Kein reinkommen in den Startblock. Lustig fand ich es, dass auch ein Tempoläufer außen vorstand. Wie man auf den Startnummern erkennen konnte, waren auch viele K- oder I-Läufer im Startblock H. Warum auch kontrollieren? Hier machte sich wirklich Unmut breit und ich verstehe nicht, dass man so etwas nicht in den Griff bekommt.

Als es endlich losging und wir auch von der Seite in den Startblock rein kamen, war es schon sehr warm. Die ersten 2 Km, lief ich wirklich langsam an und musste trotzdem Slalom laufen. Viele langsame Läufer und Walker waren vor mir. Ich  ließ mich aber diesmal nicht ärgern, da ich keine Zeit um die 4:00 Std. anstrebte. Leider lief es nicht so wie ich wollte. Ich fand einfach meinen Laufschritt nicht und kam nicht ins Rennen.

 

 

 

Bei Km 5 kam die erste Getränkestelle. Hier hatte man schon Probleme, die Massen mit Getränke zu versorgen. Genug war da, leider aber nicht oder zu wenig in Becher geschenkt…
Jetzt ging es Richtung Landungsbrücken, leider ohne Wind und die Wärme machte einigen zu schaffen. Mir auch. Bei den Landungsbrücken tobte mal wieder der Bär. Weiter ging es zu Km 12,5 wo meine treuen Fans warteten. Ich war froh, hier mal kurz verschnaufen zu können.

 

 

 

Einige Späße gemacht, gelacht und weitergerannt.

 

 

Dann durch den Tunnel, wo es sehr stickig war, und weiter zu Km 20. Mittlerweile waren sehr viele ins Gehen verfallen. So früh dachte ich noch. Es wurde immer wärmer und so langsam kochte ich. Mein Kopf war eine heiße Rübe. So sehr ich mich auch bemühte, meinen Laufrhythmus habe ich nicht gefunden.
Ich freute mich schon auf km 27, da waren wieder meine Fans und machten Lärm. Bei km 27 zog ich mein Laufshirt aus und erklärte: Ich steig aus – zu warm. *grins*
Die Gesichter meiner Begleiter waren versteinert. Ich wollte aber nur mein Unterhemd ausziehen, da es mir jetzt richtig zu warm wurde. Erleichterung, und Dagmar meinte nur, das hättest du eh nicht gemacht. Jo, hat sie recht. Ingrid goss mir erst einmal kaltes Selterwasser über den Kopf, was wirklich gut tat. Boah, war es heute warm. Fotos gemacht, gelacht und dann ging es weiter…

 

 

Kai wollte einfach nicht für mich weiterlaufen :)

 

Spass hats gemacht^^

 

 

 

...und weiter ging es, für meinen Betreuerstab auch. Die waren voll im Stress. ;)

 

 

Stress pur ;)

 

Bei Km 39 sollte ich sie wieder sehen, wenn alles gut läuft.
Bei Km 31 musste ich herzhaft lachen, endlich was zum Lachen. Ich habe immer noch nicht meinen Rhythmus gefunden und quälte mich so von Km zu Km,  aber das war klasse:
Jemand hatte in seinem Garten eine Stereoanlage aufgebaut, tanzte im Garten und spielte das Lied:

„Es lebe der Sport er ist gesund und macht uns hart
Er gibt uns Kraft er gibt uns Schwung
     Er ist beliebt bei alt und jung“

Und dann sah man die vielen, ich bezeichne sie mal mit „Häufchen Elend“ wie sie da lang schlichen, Krämpfe hatten und einige, die sich dehnten. Das Lied und dann das Bild, es passte. Ich hoffe alle die ich da gesehen habe, kamen gesund und glücklich ins Ziel.
Bei Km 32-33 das nächste was mir ins Auge stach. Viele hatten auf der Messe ihre Zielzeit mit Km Angabe auf Armbänder zum Mitnehmen ausdrucken lassen. Hier hatte sich ihre Zielzeit, so denke ich, erledigt. Die Straße war gepflastert mit diesen Armbändern. Viele Zeiten werden der Hitze zum Opfer gefallen sein. Es waren so viele hier, dass es wirklich ins Auge viel. Mittlerweile hatte ich Km 35 erreicht und dass mir der Lauf doch noch ein wenig leichter fällt, habe ich aufgegeben. Während des Laufens, bei Km 37,  stupste mich jemand an und eine Frauenstimme sagte: „Die Socken kenn ich doch.“

Wer war das denn? Lach, ich glaub es nicht… meine Laufbekanntschaft vom Bremen Marathon.

Stephanie sah noch gut aus, besser als in Bremen und wir beschlossen mal wieder zusammen zu laufen. So flogen natürlich, bei so einer netten Unterhaltung, die Km nur so dahin. Bei Km 39 war noch einmal mein pers. Betreuerstab zu einem Zwischenstopp da. Stephanie lief die letzten 2 Km alleine ins Ziel, ich hielt mich hier noch ein wenig auf. Endlich bekam ich auch mal eine Cola, von meinem Betreuerstab. Noch ein paar Bilder gemacht und ein wenig Mist erzählt – lach.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiter ging es, ich wollte 4:20 Std. ins Ziel kommen. Diese Zeit brauch ich noch für mein Ziel-60-Projekt.
Allerdings musste ich jetzt richtig Gas geben. Zum Schluss geht es ja in Hamburg noch einmal ein wenig Berg hoch. Ich ließ die letzte Getränkestelle aus, Wasser konnte ich eh nicht mehr sehen und gab Gas.
Oje, was ist die Zielgerade lang, aber ich erreichte das Ziel in einer Zeit von 4:20:12 Std. und war wirklich froh im Ziel zu sein. Medaille umgehängt, Zielverpflegung geholt und erst einmal quer über den Platz um mein freies Bier zu holen. Das Bier kam gut, leider zu wenig.
Beim Treffpunkt L, stand auch schon mein Betreuerstab. Jetzt wurde erst einmal Sekt aufgemacht und gefeiert. Die Sonne war mittlerweile nicht mehr zu ertragen, Schatten war hier so gut wie nicht vorhanden und darum machten uns auf den Weg zu einem Pub. Dort tranken wir noch was und genossen den doch sehr schönen Tag.

 

 

 

 

 

Zum Veranstalter sag ich nur: Zu teuer, auf der ganzen Strecke nur matschige Bananen, nichts anderes zum Essen. Die Getränkestellen waren mit dem Ansturm überfordert, 50 m Schlange vor den Toiletten, das Nachversorgungspaket hat seinen Namen nicht verdient, Baumwollshirt,  keine Kontrollen an den Startblöcken, sowie bei der Anmeldung von Zielzeiten u.s.w.
Ich werde nächstes Jahr meinen 5. Hamburg-Marathon laufen. Bleibt das Preis-Leistungsverhältnis so, wird es dann auch in Hamburg mein letzter Marathon sein.

 

Mein größter Dank gehört meinem Betreuerteam: Meiner Frau Sabine, Ingrid, Dagmar und Kai. Es war immer ein schöner Anker und Motivation zu wissen, dass ihr an den vereinbarten Stellen auf mich wartet.


Vielen Dank auch an die vielen Zuschauer, die uns über die Strecke gezogen haben. Eigentlich habt ihr einen Teil unseres Startgeldes verdient.

Dagmar

Kai

Ingrid

...und meine Frau Sabine

 

Es geht mir gut :)

Schildvorderseite

Schildrückseite

42 km

Ich habe fertig
Emil 28.4.2009