Aktueller Laufbericht Hamburg Marathon 23. April 2006 |
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Der Tag vor dem Marathon: Samstag 22.4.06 Nachmittag, Dauerregen. Wir, meine Frau Sabine und ich, haben erst einmal die Startunterlagen abgeholt und uns dann zu der Sporthalle begeben, wo wir übernachten wollten. Meine Frau war schon voll motiviert: Auf den Sportmatten haben wir es uns dann „gemütlich“ gemacht. Es war zwar saukalt in der Halle, Als Fast-Profis waren wir gut ausgerüstet und haben uns dank Wasserkocher mit lecker heißem Kaffee aufgewärmt. Mein Fuß, der während der letzten Trainigseinheiten schon Probleme gemacht hat, schmerzte.
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Sonntag 23.6.06 Früh, Nasskalt: Um 05.30 Uhr war Aufsteh-Zeit. In die Sporthalle kam Bewegung und in meine Magengegend auch. Ich war auf einmal supernervös und mein Fuß schmerzte. Bin ich wach? Ich tapte meinen Fuß mit einer Fixierbinde und Tapeband und merkte sofort, dass ich das ein wenig zu fest gemacht habe. Allerdings kann man die Fixierbinde nur einmal nutzen und so ließ ich es dann auch. AUA :( Zeit: 8.35 Uhr: Was wirklich Klasse war: Auf der Startnummer stand mein Name. Mich haben tausende von Menschen beim Namen gerufen und angefeuert. Das war wirklich ein Erlebnis. Aber noch war es nicht so weit.
Hier vor dem Start ca. 8:45 Uhr: Geht es gut? Keine Ahnung und keine rechte Lust. :(
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Ich habe mit Sabine drei Rendezvous-Punkte ausgemacht. Bei km 12, km 27,5 und km 40 wollten wir uns treffen bei einem Zeitrahmen von 4.15 Std - 4.30 Std Zielzeit. Wenn es mehr werden sollte, wollte ich aussteigen. Das war mein Plan. Nach diesem Zeitrahmen haben wir errechnet, wann ich ungefähr an den vereinbarten Treffpunkten sein würde. Das Rennen lief schleppend - es rollte nicht so recht und ich kam nicht so in Trapp. Der Fuß schmerzte und die Wade zwickte. Nach 5 km war ich bei 28 Min - also war noch alles im grünen Bereich, obwohl es mir sehr langsam vorkam. Dann sah ich den 4.15 Std. Läufer - den Pacemaker mit seinem Ballon und der Zeiteinteilung -. Es kam mir der Gedanke, hier Bestzeit zu laufen. Das Engelchen schrie: "Dein Fuß wird nicht halten."Der Teufel antwortete: "Scheiß auf den Fuß - wir spielen hier nicht im Sand." Ich selber merkte, wie mir Hörner wuchsen und ich hing mich an den 4:15 Läufer. Meine Schmerzen waren ziemlich groß und mein Gedanke war nur: Entweder Bestzeit oder Aufgabe - beides hatte ich noch nicht -. Der Teufel hatte gewonnen. Nach ca. 9 km verändertere ich meinen Laufstiel und der 4:15 Pacemaker war mir zu langsam. Ich lief jetzt auf den 4:00-Stunden-Pacemaker auf. Bei 12 km dann die erste Panne: Ich musste Wasser ablassen. :)
Weder noch, Wasser ablassen war angesagt. :) Es gab keinen Zweifel. Ich musste schon ein wenig leiden. Nach 12km fühlte ich mich aber trotzdem supergut: Das Bild täuscht ein wenig. Ich war in Topform *grins*. Ich kam immer besser ins Rennen und mein Fuß hielt. Schmerzen ja - aber nichts was man (Emil) nicht aushalten kann. Marathonis sind halt doch harte Hunde. *grins* Bei 27,5 km eine zeitirritierte Sabine. Ich stand nicht mehr auf ihrem Zeitplan. Ich war viel zu schnell. Sie hatte es gerade noch geschafft, zum Treffpunkt zu kommen.
27,5 km. Ich fühl mich gut. Leichte Oberschenkelschmerzen, der Fuß wurde ausgeblendet. *lach*
Der 4:00 Std. Pacemaker klebte neben mir und dann.....dannn.....jaaa dannnn kam KM 35. PATSCH Der Motor sackte in sich zusammen. Keine Kraft - keinen Mumm - NIX . Ich stand bei der Getränkestelle bei km 35 und erlebte etwas Neues. Nichts Schönes aber was Neues :( Der kleine alte Körper streikte. Ich stand - Ich blieb ganz ruhig – Ich ging erst mal aufs Dixi zum Wasser ablassen. :) Dann bin ich zum Verpflegungsstand und nahm mir 2 Becher Wasser und einen Becher Isogetränk. Was raus ist muß ja schließlich wieder rein. ;) Als ich 3 Becher Flüssigkeit in mich geschüttet hatte und ein Streitgespräch mit meinem Schweinehund und meinem Körper hatte (den bis jetzt immer ich gewann^^), lief ich mit schmerzverzerrtem Gesicht aus der Verpflegungsstelle heraus und immer weiter – sind ja nur noch 7 km. AUA - AUA (Für mich war das ein komisches Erlebnis, weil nichts auf diesen körperlichen Einbruch hingedeutet hatte.) Den 4:00 Pacemaker hatte ich natürlich verloren und ich wusste, die letzten 2 km geht es bergauf. Aber es ging mir von km zu km immer besser. Ich lief mich in einen Rausch. Ich wurde immer schneller - keine Schmerzen mehr . Das war ein RunnersHIGHT. Das war jetzt mein Rennen. Hier bei km 40 - erholt von km 35 - es ging mir wieder gut : Noch 2 km :) Sabine sagte nur: "Du bist viel zu schnell." Die letzten 2 km hatte ich einen Schnitt von 6 Min und das nach 40 gelaufenen Kilometern. Ich war stolz auf meine Leistung. Alle Schmerzen und Mühen waren vergessen. Es war wie immer TOLL. Meine Endzeit betrug 4:05:45 Std. und ist meine Bestzeit. Ich bin 30 min schneller als in Berlin gewesen und wer weiß, was beim Laufen 30 Min bedeuten, kann hier einen wahnsinnigen Sprung erkennen. Hier meine 10 km Zeiten: 0-10 km 0:57:13 Std 10-20 km 0:55:39 Std 0-20 km ---- 1:52:53 Std 20-30 km 0:58:06 Std 0-30 km ---- 2:50:59 Std 30-40 km 1:02:01 Std 0-40 km ---- 3:53:00 Std
Das war Hamburg. In zwei Wochen ist dann der Halbmarathon in Hannover dran. Ich habe mächtig Muskelkater und werde erst wieder Mittwoch mit einem 5-km-Lauf beginnen und natürlich meinen Fuß schonen. Ich hoffe mein Bericht hat euch gefallen. Der Schmerz geht aber der Stolz bleibt. Bis dann Emil
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