Hamburg 2008

Hamburg die 23. Auflage, für mich die 3.

  

Eigentlich war Hamburg ja nicht auf meiner Liste für 2008. Aber meine Frau wollte einen Marathon laufen und Hamburg ist nun mal der „größte“ in Norddeutschland. Es sollte ein Erlebnis werden, aber leider kam alles anders. Meine Frau verletzte sich 2 Wochen vor Hamburg und konnte nicht starten.  So ging ich alleine auf die 42,195 km und war mal wieder begeistert. Aber alles von Anfang an.

Freitag den 25.4.2008 kamen so langsam Sorgenfalten auf. Ich hatte Probleme mit meiner Achillessehne und links mit meinem Knöchel und meine Sohle schmerzte. Also nicht so gute Voraussetzungen. Beide Füße/Beine wurden getapet (Kinesiotape). Es wird schon gut gehen. Die Treffpunkte wurden besprochen und die Zeiten vereinbart, Zielzeit zwischen 04:00 und 04:30 Std.

 

 

 

Samstag den 26.4.2008, der Wecker klingelt um 6:00 Uhr. Schnell gefrühstückt und ab nach Hamburg. Zuerst zur Messe Startunterlagen abgeholt und dann den Start/Zielbereich angeschaut. Dieses Jahr wurde ja einiges geändert und nicht immer zum Besseren. Wie immer noch ein neues Marathon-Shirt gekauft und sich mal die Cep Running o2max Strümpfe angeschaut und mitgenommen.
Dann noch nach Parkmöglichkeiten Ausschau gehalten und dann ins 10 km entfernte Racket-Inn Hotel. Füße hoch und ausgeruht.

 

 

Meine Startnummer 11149

 

Unterlagen geholt und ab ins Hotel

Auf gehts zum Runners Village, Läuferdorf

Hier ist der Start, noch ca. 1,5 Std. bis dahin.

Kleidersachen abgeben...

Hoffentlich geht alles gut. Es ging...

Die letzten 15 Min. bis zum Start.

Meine Frau ist bereit, es kann losgehen...

 

Sonntag 27.4.2008, der Wecker klingelt um 5:00 Uhr – es wird ernst und warm.
Gefrühstückt, obwohl noch keinen Appetit. Meine Wehwehchen machen sich jetzt extra bemerkbar, also wie immer. 6:30 Uhr fahren wir zum Heiligengeistfeld und bekommen genau vor dem neuen Marathondorf einen Parkplatz. Sehr schön. Kurz orientiert und dann den Kleiderbeutel abgegeben. Ingrid, Dagmar und Kai reisen aus Lüneburg an um mich anzufeuern. Sie sind spät dran, da die U-Bahn ausgefallen ist. Um 8:45 Uhr versuche ich in meinen Starblock zu kommen, keine Chance. Was ist das für ein Mist. Wir stehen hier alle in einem Pulk und kommen nicht in unseren Startblock. Ärger macht sich breit. Mittlerweile treffen Ingrid, Dagmar und Kai bei uns ein. Dank Handy (und großen Schildern) haben wir uns sofort getroffen. Sie sehen mich ein wenig genervt am Eingang G mit anderen warten.

Als die Startglocke ertönt schiebt sich das Läuferfeld nach vorne und wir drängen uns dazwischen. Leider wurden keine Kontrollen an den Öffnungen der Startblöcke gemacht und so kommt es, dass wesentlich langsamere Läufer vor einem sind. So langsam werde ich wütend.

 

Meine Freunde sind auch schon da,

wir können STARTEN. :)

Hier bei 12,5 km das erste Treffen.

 

 

Die ersten 5 km bei wirklich sehr vielen Zuschauern und warmen Temperaturen sind ein Überholen und Ausweichen, wie man es sich nicht wünscht. Es ist eng und immer wieder sind sehr viel langsamere Läufer vor einem, die hier nun wirklich nichts zu suchen haben. Bei km 5 gab es die erste Trinkstelle, die ich fast verpasst habe, weil man schon auf den Gehweg links ausgewichen ist, um beim Überholen nicht zu viel Kraft zu verlieren. Es war warm und in den letzten Tagen gab es aber auch keinerlei Gelegenheit, sich an solche Temperaturen zu gewöhnen. Also lief ich ruhig und besonnen. Leider meinten meine Oberschenkel bei Kilometer 5 sie müssten sich melden. Und das taten sie auch bis zum Ziel.
Nun geht es bergab in Richtung Fischmarkt und Landungsbrücken. Kurz davor
sehe ich Conny und Manfred, die nicht wussten ob sie es schaffen. Ich hielt kurz an und umarmte beide. Kurzes Gespräch und weiter. Da ich mir kurz vorher einen Becher Wasser über den Kopf gegossen hatte, waren jetzt beide auch gut gekühlt. *grins*
Es lief eigentlich ganz gut. Schmerzen ja, Probleme NEIN.
Die Atmosphäre hier bei den Landungsbrücken war gigantisch…und so sollte es sich den ganzen Marathon hinziehen.
Bei 12,5 km traf ich dann meine Frau, Ingrid, Dagmar und Kai. Leider wollte Kai nicht für mich weiter laufen. Na gut er ist halt ein Couchpotato!

Bilder und Späßchen wurden gemacht und viel gelacht. Solche Treffpunkte sind für Läufer immer das Beste. Ich danke euch.

 

 

Es geht mir GUT

...und weiter geht es...

 

Bei der Halbmarathonmarke in einer Zeit bei 1:58 Std. wurde es doch bedenklich warm. Meine Achillessehne meldete sich und von meinem Oberschenkel will ich nun wirklich nicht mehr sprechen. Im Kopf: Alles freiwillig, genieß die Zuschauer und das Wetter. Ja, und das tat ich dann auch. Ich freute mich schon auf 27,5 km, wo meine Frau und meine Freunde warteten. Kai wollte noch immer nicht mit mir tauschen. Es war wieder lustig und ich hielt mich hier ein wenig auf. Es lief eigentlich alles ganz gut. Meine Einstellung war jetzt genau richtig – laufe und genieße. Ich verabschiedete mich und wusste bei km 38 treffe ich sie wieder.

 

27,5 km das zweite Treffen...

Warm ist es. ;)

Meinen Leuten geht es gut - mir aber auch.

Bye...

 

Mit dem Wetter kamen einige nun gar nicht zurecht. Viele schlichen über die Straße, einige hatten Krämpfe und andere wiederum standen. Und ich? Ich wartete auf meinen Einbruch…wo isser denn? Nix… ich war nicht enttäuscht darüber, hatte aber irgendwie ein ungutes Gefühl. Bei km 35 ohne auch nur den Ansatz eines Einbruches lief ich auf die 4:00 Std. Läufer auf. Es waren 2 mit Ballons gekennzeichnete Läufer, die Zielzeiten vorgeben. Oh nein, keine Hetze um eine 4:00 Stunden Zeit und so beschloss ich bei der km 35 Wasserstelle anzuhalten, zu trinken, Zuschauer anzufeuern und weiter zu laufen. Nur nicht in die Sicht der 4:00 Std. Läufer zu kommen! Bei km 38 Km dann wieder meine persönlichen Fans. Ich hielt an und wir machten wieder mal ein paar Späßchen und Fotos. Nur noch 4 km, das wird locker.

 

Die letzten Kilometer, hier bei ca. 38,5.

Sie warten schon. :)

...und da komm ich...

Jaaaaa, bald geschafft....

Freude

Durst, es ist richtig warm. :)

gluck, gluck

Jetzt ab ins Ziel...

Wir sehen uns im Ziel wieder...

 

Bei ca. 39 km hatte ich den 4:00 Std. Läufer doch eingeholt, allerdings ging er. Er hatte keine Kraft mehr und war als 4.00 Std. Pacemaker ausgefallen. Ich denke es war ihm zu warm.
Bei km 40 hatte ich dann eine Begebenheit der seltenen Art. Ich bekam Krämpfe rechts und links in den Waden. Was ist denn jetzt? Na toll, kurz vor dem Ziel. Ich lief trotzdem mit schmerzverzerrtem Gesicht weiter, nur noch ZWEI Kilometer.
Als ich in die Zielgerade einbog, war ich froh, dass ich es geschafft habe. Viel weiter war auch nicht drin. Kurz vor dem Ziel sah ich den anderen 4:00 Std. Pacemaker. Nun er hat die Zeit von 4:00 Std. auch nicht erreicht. Ich denke aber, das Wetter hat einigen gut zu schaffen gemacht. Ich habe es genossen.

Im Ziel habe ich mir meine Medaille, Versorgungsbeutel und mein Erdinger  geholt. Es war geschafft.

 

Schöne Musik und Stimmung an der Strecke...

Ich habe FERTIG

Mein Bier wird soeben eingeschenkt

...lecker...

Mit euch war es mal wieder richtig toll...DANKE

...auf ein neues im nächsten Jahr????

Meine Frau mit ihrem Finisher T-Shirt in Kindergröße... naja wegen Verletzung ist sie ja auch nicht gelaufen. :) Sie hat es aber umgetauscht bekommen.

Der Versorgungsbeutel viel ziemlich mager aus. Liebes Hamburg: Nehmt euch ein Beispiel an Berlin oder Köln. Schnell geduscht, das erste mal in Hamburg in Zelten und Duschkabinen und da muss ich sagen: Richtig gut. :)


Danach zu unserem vereinbarten Treffpunkt und noch mal den Lauf an einem vorbeiziehen lassen. Wir hatten viel Spaß und von den Zuschauern her war es schon Berlinatmosphäre. Das hat wirklich Spaß gemacht.
Ach ja, mit 04:04:01 bin ich ins Ziel gelaufen.

Aber das war heute eh egal.

 

Emil

Dagmar und Kai, ihnen hat es auch gefallen...