Samstag 28.4.2007 Pleiten, Pech und Pannen.
Es ist Samstag der 28.4.2007, der Wecker klingelt, 5.00 Uhr morgens, Zeit aufzustehen. Ich will noch schnell eine kleine 4 Km Runde machen. Gesagt – Getan. Oje, es sind noch 12 Grad um 5.10 Uhr morgens…, das wird in Hamburg wohl warm. Der Lauf lief nicht so gut…es ist halt noch sehr früh. Morgen soll es besser werden. Gefrühstückt und Abfahrt nach Lüneburg zu den Schwiegereltern. Danach sind es nur noch 30 Min. Autobahn nach Hamburg.Um 13.00 von Lüneburg losgefahren und kurz vor Hamburg in einen 16 Km langen Stau hineingefahren – na klasse. Aus 30 Min. wurden 1 Std. 30 Min. Ich war bedient. Danach zuerst zur Sporthalle gefahren um uns einzuquartieren. Kein Hausmeister weit und breit. Die Suche begann. Noch mehr Läufer kamen, um sich einzuquartieren und es kam eine gewisse Unruhe auf. Weil wir vom letzten Jahr wussten, wo die Matten zum Schlafen waren, suchten wir im anliegenden Gebäude den Hausmeister und fanden ihn auch. Ein Schild wäre hier auch mal nicht schlecht gewesen. Etwas genervt zur Laufmesse gefahren und die Startnummer geholt. Da ich mir immer vor einem Marathon ein neues Laufhemd hole und ich ein ganz schickes am Adidas-Stand gesehen habe, sagte ich nur: „Meins“. Mit einer schönen Laufmütze ging es dann genauso. „Meins" Mit dem neuen Laufhemd bin ich übrigens auch gestartet. Leider konnten wir unser Auto im Parkhaus nicht mehr finden. Im Congress - Parkhaus sah jetzt irgendwie alles anders aus. Durch Hilfe wurde uns klar gemacht, dass wir auf einem Hotelparkplatz geparkt haben und nur durch das Hotel zum Auto kommen. LOL – auf der Parkkarte stand Congress - Zentrum und die Einfahrt war auch dieselbe. Jetzt war ich wirklich bedient. Das alles vor einem Marathon – wie ich so etwas hasse. Der restliche Abend verlief ereignislos. Nudeln gegessen, Laufklamotten vorbereitet, Wecker auf 5.00 Uhr gestellt und Beine hochgelegt. Was sollte mir morgen schon passieren? Alles was passieren konnte, habe ich ja heute schon gehabt. |
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Sonntag 29.4.2007 Der große Tag
5.00 Uhr aufgestanden, mich fertig gemacht und gegessen. Von Nervosität noch keine Spur. Zwischen 7.30 und 8.30 wollten wir uns bei der Messe mit meiner Schwägerin Ingrid und mit sehr guten Freunden (Dagmar und Kai) treffen. Zuvor wollte ich noch meinen Kleiderbeutel abgeben – das allerdings war nicht so einfach, da man sich am Informationsstand, Eingang Ost und Tor 11, nicht einig war. Ich fror, denn es war kalt heute Morgen und nach einer Umrundung der Messehallen, konnte ich doch bei Tor 11 meinen Kleiderbeutel abgeben. |
Als Dagmar, Kai und Ingrid bei uns eintrafen, wurde ich langsam aber sicher nervös. Wir machten uns auf zum Startblock G. Was für Menschenmassen hier wieder waren, unglaublich. Ich musste noch ca. 20 Min im abgesperrten Gelände verbringen und war so nervös, dass ich alle 5 Min auf Toilette musste. Endlich 09.05 der Startschuss viel und kurz nach dem Start musste ich schon wieder in die Büsche. Das sollte aber das letzte Mal in diesem Rennen sein. |
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Wetter: Sonne von oben und eiskalter Wind von vorne. Das wird bestimmt lustig. Schnell die Uhr gedrückt und los ging es auch schon. Die ersten Kilometer flogen nur so dahin. Mein linkes Knie meldete sich mal kurz, wurde von mir aber nicht beachtet, und der Schmerz verschwand auch wieder. Ich nutzte auf den ersten 10 Km den Schatten sehr gut aus, aber manchmal musste ich in der Sonne laufen, um mich aufzuwärmen. Der Wind war doch eiskalt. Bei Km 12 war Leben in der Bude, bei den Landungsbrücken tobte der Bär. Es waren sowieso sehr viele Zuschauer unterwegs, viel mehr als letztes Jahr in Hamburg. Bei Km 14,5 sollte ich das erste Mal meine Frau, Ingrid, Dagmar und Kai treffen. |
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Und so war es auch. Sie haben mich gleich gesehen und es wurden gleich Fotos gemacht. Ich hielt mich dort kurz auf, steckte ein Power-Gel ein und verabschiedete mich.
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| Es ging mir sehr gut und ich lag im Zeitplan. Unter 4 Std. sollte heute klappen. Bei Km 28 sollte unser nächstes Treffen stattfinden. Bis dahin war ich dem 4 Std. Tempoläufer ein kleines Stück voraus. So langsam wurden meine Schritte länger. Bei 28 Km dann meine Fangruppe am linken Rand der Straße getroffen. Schnell ein neues Power-Gel eingesteckt, Fotos gemacht, angehört das ich noch gut aussehe und dann weiter gelaufen. Das baut doch auf. J Ich war noch im Zeitplan, aber ich wurde langsamer. Jetzt wurden die Schritte immer länger, der Kampf begann. | ||||
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| Es war ein wenig warm. :D | ![]() |
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Bei Km 35 an der Getränkestelle: Eine schreckliche Erinnerung an meinen Einbruch letztes Jahr. Genau hier der Einbruch. Diesmal sollte es nicht passieren. Ich versuchte das Tempo zu halten und an den nächsten Treffpunkt zu denken. Die Beine wurden schwerer…, unterm rechten Fuß holte ich mir eine Blase und eine Druckstelle, es schmerzte. Die Oberschenkel brannten und dann kam was kommen musste…der 4 Stunden Tempoläufer zog an mir vorbei. Moment…NEIN…ich mobilisierte alle Kräfte um dran zu bleiben. Heute oder nie… Einige Zuschauer verteilten Wasser in Pappbechern, ich nahm mir einen und schüttete ihn mir gleich über den Kopf. Was für eine Wohltat diese Abkühlung. Ich musste beißen…aber ich blieb bis auf 2 m dran. Ich wusste so wird das nichts, ich musste ihn überholen und noch einige Meter vor ihm laufen. Ich begann meine Geschwindigkeit zu erhöhen, was zuerst sehr schmerzhaft war, um an dem 4 Std. Läufer vorbeizuziehen. Jetzt war ich richtig im Arsch. Nur nicht nachlassen – einfach laufen, laufen und noch mal „NUR“ laufen und schon kam ich zu Km 38,5 wo meine Fangruppe wartete. Von weiten rief ich ihnen schon zu, dass ich nicht anhalten kann. Nicht wegen der Zeit, sondern wegen der schmerzenden Beine und so schoss ich an ihnen vorbei. Im Blitzlichtgewitter. *grins* Wäre ich hier stehen geblieben, ich wäre nicht mehr in Gang gekommen. |
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....und weg war ich zu meiner persönlichen Bestzeit. Unter 4 Stunden. |
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Ich schaute bei Km 40 auf die Uhr und wusste, unter 4 Std. sind drin. Jetzt kann und darf nichts mehr passieren. Der Anstieg kurz vor Ziel wurde ignoriert, es wurde nur noch die Atmosphäre aufgesaugt. Als ich die Ziellinie mit 3:56:15 überquerte, hatte ich feuchte Augen. Es war klasse. Es war ein super Rennen von mir, die Zeiteinteilung passte, es klappte alles. J Nach dem Duschen schnell zum abgemachten Punkt um Sabine, Ingrid, Dagmar und Kai zu treffen. Ich war stolz wie Oskar. Meine Fans hauten sich erstmal einen Picolo Sekt rein und ich einen Apfel und Selterwasser. Alle beglückwünschten mich und es war wirklich ein gelungener Abschluss für dieses Rennen. Bei meinen Oberschenkeln merkte ich jetzt schon den Muskelkater und war im Gedanken schon eine Woche weiter beim Halbmarathon in Hannover. Hamburg war wirklich klasse und mit letztem Jahr nicht zu vergleichen. Ein Marathon, der sich richtig gelohnt hat. |
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Danke noch mal an meine Frau, die ja immer mein persönlicher Betreuer ist, sowie an Ingrid, Dagmar und Kai, dass ihr gekommen seid um mich zu unterstützen. Das hat mir wirklich geholfen.
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Emil |
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