4. swb-Marathon Bremen

 

Am Samstag den 27.9. machten wir uns früh Morgens auf nach Bremen. Mein 12. Marathon stand an und ich wusste nicht, wie es klappen sollte. Vor kurzem bin ich ja erst in Flensburg gelaufen und dann war ich 2 Wochen krank. Pünktlich zum Marathon war ich wieder gesund!  …Gesund nicht wirklich! Aber wer braucht schon einen Hals zum Kopfdrehen.

Gegen 10.30 Uhr kamen wir in Bremen an. Sofort haben wir das Messezelt gefunden und gleich meine Startunterlagen abgeholt. Alles ohne Probleme. Dann noch ca. 1 Std. durch die kleine Messe gebummelt und noch ein kostenloses Erdinger geschlürft. Oje, war das kalt. Nicht das Bier, sondern das Wetter. Ein Falke Sportunterhemd gekauft und dann auf den Weg ins Hotel gemacht.

 

 

 

In der Hoffnung, schon einchecken zu können - normal wäre 15.00 Uhr gewesen.
Ja und wir konnten gleich unser Zimmer beziehen. Gegen 13.30 Uhr lag ich auf dem Hotelbett und ruhte mich aus. Meine Frau machte einen Stadtbummel.

 

 

Das Hotel lag ca. 1 km vom Start/Ziel entfernt und so beschloss ich den Wecker auf 5.30 Uhr zu stellen. Und genau um 5.30 Uhr wurde ich unsanft geweckt.
Es war Sonntag, der 28.09.2008 – Marathonzeit – Start war um 9:20 Uhr vorgesehen.

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Messegelände. So langsam trudelten hier die Läufer ein. Beim Kaffeestand (Jacobs) noch einen Kaffee getrunken, der mehr als schrecklich schmeckte. Das geht ja gut los. Dadurch, dass ich meinen Kopf nicht richtig drehen konnte, fühlte ich mich auch nicht richtig fit. Wir machten uns auf den Weg zum Start und schossen dort noch ein paar Fotos. So langsam sammelten sich die HM am Startgelände.

 

 

Die Fotografin trank Kakao...die bessere Wahl.

 

 

 

 

 

 

Es kam Bewegung hier auf den Platz. Als dann endlich um 8.50 Uhr die HM sich auf den Weg machten, wurde es wieder ein wenig ruhiger. Nun machten wir uns auf den Weg zum Start und Sabine schoss noch einige Fotos, um sich dann zu Fuß zum Bahnhof auf zu machen. Dort nach ca. 1 km wollte sie die ersten Fotos machen.

 

 

 

Am Start gab es kein Gedrängel und es war sehr entspannt hier.  Um 9.20 Uhr war dann der Start und mein Plan war, auf Grund meines schweren Vorprogramms, den Marathon locker anzugehen. So lief ich dann ganz locker los und traf nach ca. 1 km Sabine. Fotos gemacht und weiter.

 

 

 

 

Irgendwie schmerzte mein Hals und ich kam nicht so recht in Tritt.
Aber die km flogen so dahin. Der Lauf ging am Rathaus vorbei und durch die Innenstadt, um dann am Ufer der Weser weiterzugehen. Hier war es richtig schön. Weiter den Weserdeich entlang, um dann mit einer starken, aber kurzen Steigung auf die Weserwehr und über die Weser zu gelangen.  Eine schöne Strecke mit doch einigen Zuschauern. Mit so vielen hatte ich nicht gerechnet. Überall an der Strecke waren DJ verteilt, die ihre Mucke raus hauten. Das hatte was.

Als wir in einem Fahrad/Fußgänger-Tunnel die Straße unterquerten, war Disco mit DJ angesagt. Viele Lichter und laute Musik – super Idee. Weiter ging es entgegen km 17, wo meine Frau wieder auf mich wartete.  Fotos gemacht ...

 

 

 

 

 

 

…und weiter Richtung HM-Marke.  Bei km 24 hörte ich vom Erzählen, dass der 4 Std. Läufer ca. 2 min hinter uns war. Jetzt erst merkte ich, dass ich viel zu schnell war. Ich freundete mich mit der Geschwindigkeit an, obwohl ich wusste, das werde ich bitter bezahlen. Bei km 25 traf ich wieder meine Frau zum Fotoshooting. Sie meinte, ich wäre viel zu schnell und gut sehe ich auch nicht mehr aus. Da fiel mir der Spruch ein: „Genieße wenn du kannst, Leide wenn du musst“. Ja, dann war wohl Leiden angesagt.

 

 

 

Die Beine wurden immer schwerer, aber meine Geschwindigkeit blieb konstant. Die Strecke durch den Bürgerpark war auch sehr schön und so zog ich immer das Positive aus dem Lauf. Dann ging es auch schon Richtung Speicher 1. Es kam Wind auf und natürlich kalt von vorne, was meinem Hals nicht gut tat. Mit steifem Hals zu laufen ist auch nicht normal, dachte ich so bei mir.
Die Idee durch den Speicher zu laufen war klasse. Da wurden wir mit Musik und von vielen Zuschauern empfangen. Das hatte schon was.

Dann ging es wieder entlang der Weser, wo ich bei km 32 von dem 4:00 Std. Zug-Läufer überholt wurde. Meine körperliche Verfassung ging jetzt rapide bergab. Ein Dranbleiben an dem 4 Std. Läufer war nicht geplant und schon gar nicht realisierbar. Bei km 34 traf ich Stephanie, die auch mit sich zu kämpfen hatte. Geteiltes Leid ist halbes Leid und so liefen wir gemeinsam bis zum Weserstadion. Dazwischen stand meine Frau bei km 35 und machte noch einige Fotos.  Angehalten hatte ich hier nicht mehr, der Stopp war auch nicht geplant.

 

 

 

 

 

Der nächste Höhepunkt war der Durchlauf durchs leere Weserstadium. Nur Musik, der DJ und die Marathonies. War schon was außergewöhnliches, wie ich finde. Allerdings ging es nach dem Weserstadium bergauf auf Pflastersteinen, was ich nicht so toll fand. Meine Begleiterin konnte nicht  mehr mithalten und kam so ca. 4 Min. nach mir ins Ziel. Bei km 39 traf ich noch mal meine Frau, die die letzten Streckenfotos machte. Hier ging es noch einmal ein wenig bergauf zur Getränkestelle, aber zu diesem Zeitpunkt war mir eh alles egal. :)

 

 

 

 

Die letzten 3 km zogen sich so dahin. Auf den letzten km traf ich noch einen Läufer, der seinen 250. Marathon in einer Zeit von 250 Min machen wollte. Wir liefen den letzten km zusammen. Er baute mich noch ein wenig auf.   Echt witzig was für Typen man bei einem Marathon kennenlernt. Als ich die Ziellinie in einer Zeit von 04:06:29 Std. überflog, war ich echt geschafft. Meine Beine schmerzten und mein Hals und die Schultern taten mir weh. Als mir die Medaille umgehängt wurde, war ich richtig froh. Es war geschafft. Der Stolz bleibt, der Schmerz vergeht.
Schon erblickte ich den Erdinger Bierstand und holte mir erst mal zwei
Stück. Dann ging es in die Halle zur Nachverpflegung. Muffins, Brezeln, Bananen, Äpfel und Orangen und jede Menge zu trinken. Ich deckte mich mit Muffins und Brezeln ein und genoss. Wenig später sah ich meine Frau am Ziel stehen und holte sie an meinen Futternapf ran.

 

Kurz danach traf ich Stephanie wieder und wir erzählten noch ein wenig über diesen schönen Lauf. Dabei kam heraus, dass sie auch aus Lehrte kommt. Ja, ja – die Welt ist klein. :)   

Als ich mich gestärkt hatte, fuhren wir so gegen 15.00 Uhr nach Hause. Was bleibt ist: Es ist eine schöne abwechslungsreiche Laufstrecke. Wir bekamen eine schöne Medaille und ein tolles Finishershírt. Top-Verpflegung und eine richtig schöne Veranstaltung. Und ganz gratis gab es auch noch einen richtig fetten Muskelkater in den Oberschenkeln umsonst dazu. Aber der wird sicherlich bald weg sein und der Frankfurt Marathon ist ja auch nicht mehr so weit weg.
 
                    Emil, 30.09.2008

 

Schön war es :)

 

 

Ich habe Fertig :)